Pädagogisches Konzept Waldkindergarten Aichhörnchenkobel e.V.

 

 

 

1. Allgemeines zu Waldkindergärten

 

Die Idee der Waldkindergärten stammt aus Skandinavien. Dort wird diese Form der pädagogischen Betreuung seit Jahrzehnten mit großem Erfolg praktiziert. In Deutschland gibt es derzeit weit über tausend Waldkindergärten. Waldkindergärten sind Kindergärten ohne Wände und ohne vorgefertigtes Spielzeug. Die Kinder werden zu allen Jahreszeiten und bei jedem Wetter im Freien betreut und erleben somit unmittelbar das einzigartige Zusammenspiel der Natur im Jahresverlauf. In einer reizüberfluteten und  wenig durchschau- u. gestaltbaren Zeit ist der Waldkindergarten eine besondere, zukunftsweisende Alternative zur konventionellen Kinderbetreuung.

 

Die Kinder beschäftigen sich im Natur- u. Waldkindergarten überwiegend mit den Naturmaterialien, die sie in Wald, Feld und Flur finden. Sie bauen daraus Spielzeug und fertigen Werkzeug an. Sie erschaffen eigene Spielwelten. Naturgegenstände verwandeln sich spielerisch in Kultur- u. Naturobjekte. Ein Stein wird Auto, Käfer oder Handy. Ein Ast erhält Zauberkraft und wird als Schutz mit auf die Abenteuerreise genommen. Blätter werden untersucht und nach Farben aufgereiht. Eicheln, Kastanien und Tannenzapfen werden gesammelt und nach Formen sortiert. Somit entstehen wunderschöne Waldbodenbilder (Mandalas). 

 

Der Waldkindergarten ist ein Kindergarten wie jeder andere auch. Die pädagogische Arbeit findet hier allerdings auf anderen Wegen und mit anderen Mitteln statt. Die Natur stellt zum Lernen unzählige Inhalte, Objekte und Materialien kostenlos zur Verfügung. Farben, Formen und Buchstaben finden sich auch in der Natur. Den Kindern stehen nach Bedarf Scheren, Stifte, Farben, Papier, Staffleien, Werkzeug sowie Musikinstrumente oder Bücher zur Verfügung. Materialien wie Lupe, Mikroskop, Laptop oder CD-Player kommen erst in zweiter Linie zum Einsatz. Verschiedene wissenschaftliche Arbeiten und Untersuchungen sowie laufende Rückmeldungen aus Schulen zeigen, dass Waldkindergartenkinder hervorragend auf den Lebensabschnitt "Schule" vorbereitet werden. Die Waldkindergärten bieten beste Voraussetzungen, um die wachsenden Herausforderungen des Lebens zu bestehen. 

 

 

 Die pädagogischen Chancen eines Waldkindergartens:

 

Platz haben zum "Kindsein" im wahrsten Sinne des Wortes: Raum, sich frei zu bewegen, Platz zum lachen, weinen, tanzen, träumen... Der natürliche Bewegungsdrang der Kinder kann ungehindert ausgelebt werden.

 

Die erholsame Umgebung des Waldes und der Natur stärkt die körperlich- seelische Gesundheit. Drei bis vier Stunden täglich frische Luft bedeuten auch weniger Infektionskrankheiten, die gewöhnlich in geschlossenen Räumen übertragen werden. In Lebensfreude Wind und Wetter ausgesetzt zu sein, stärkt aus medizinischer Sicht das Immunsystem.

 

Die Zunahme an Kraft und Ausdauer, an Sicherheit und Selbstvertrauen beim freien Spiel zeigt sich ganz deutlich, wenn Sie z.B. auf dem unebenen Waldboden laufen und springen, wenn sie auf Bäume klettern, an Ästen hangeln oder auf umgestürzten Bäumen balancieren.

 

Beim freien Spiel ohne Spielsachen wird die Fantasie der Kinder gefordert, sie äußern ihre Wünsche und Bedürfnisse, erkennen diejenigen der anderen Spielteilnehmer und respektieren sie. Sie lernen sich zu einigen, damit das Spiel beginnen kann und Spaß macht. Von- und Miteinanderlernen steht im Mittelpunkt, da viele Dinge nur in der Gruppe erreicht werden können.

 

Zu einer gesundkörperlichen Entwicklung gehört auch eine vollwertige Ernährung mit natürlichen Produkten.

 

In einem nicht reizüberfluteten Außenbereich wie Wald oder Natur können innere Kräfte besser wahrgenommen und erprobt werden. Dabei lässt die geringe räumliche Einschränkung auch innere Grenzen besser erleben und ausdrücken. Das Spiel in freier Natur lässt die Kinder selbst ihre Grenzen und Entwicklungsfortschritte deutlicher erfahren. 

 

Es gibt keine hohen Lärmpegel wie in geschlossenen Räumen. Die Kinder erleben wieder Stille. Stille ist in der heutigen Zeit ungewohnt. Sie ist von unschätzbarem Wert z.B. für die allgemeine Differenzierung des Wahrnehmungsvermögens, das Finden von Stabilität durch innere Ruhe und die Konzentrationsfähigkeit. Gerade Wald und Wiese ist ideal, Stille zu erleben, zu lauschen und sich für feinste innere und äußere Vorgänge zu sensibilisieren.              

 

Die natürliche Umgebung wirkt ganzheitlich durch das Erleben des Eingebundenseins in die Natur und das Erleben der wechselseitigen Abhängigkeiten. Natur wird unmittelbar erlebt und begriffen, der behutsame Umgang mit jeder Art von Leben wird erfahren und gelernt. Der Kreislauf der Natur wird direkt wahrgenommen und erlebt. 

 

Unmittelbares Erleben, eigene Erfahrungen mit allen Sinnen anstelle von "Projektionen aus zweiter Hand" geben Selbstwertgefühl und insbesondere emotionale Stabilität. Sie sind die besten Voraussetzungen, um später in der Gesellschaft konstruktiv und kreativ zu sein.

 

In Wald- und Naturkindergärten können die Kinder eher die Notwendigkeit von Regeln und Geboten erfahren, ihren Sinn erkennen und sie nachvollziehen, weil sie mit dem unmittelbaren Erleben verbunden sind. Regeln und Gebote können im Wald auf ein Mindestmaß reduziert werden. 

 

Ein Kindergarten ohne "Tür und Wände" hilft, dass sich Aggressionen gar nicht erst aufstauen und zu einem Stresszustand führen, sondern sich auf angemessene Weise kreativ umwandeln. Die relativ kleine überschaubare Gruppe bietet ideale Möglichkeiten, soziale Konflikte konstruktiv und im Sinne der gewaltfreien Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg zu lösen. 

 

Der Wald und die Wiesen bieten einen Schonraum, von dem aus die nähere Umgebung anschaulich und lebensnah erfahren wird. Auf der Basis von Geborgenheit und Sicherheit können die Kinder dann die weitere Umwelt entdecken und Abenteuerlust ausleben. Dabei werden Intuition und Phantasie besonders durch die Vielfalt der Natur angesprochen und kreative Kräfte geweckt, die zudem durch besondere Handlungsangebote unterstützt werden. Das tägliche Erleben der Natur in dieser Art und Weise ist für Kinder ein wirkliches Abenteuer. 

 

Auf dem Hintergrund der Förderung der körperlichen und seelischen Stabilität, sind die Kinder für den kognitiven Bereich motivierter und leistungsfähiger. Sie werden darin durch vielfältige Informationsangebote aus verschiedenen Wissensgebieten gefördert.

 

Aus einigen oben erwähnten Aspekten ergibt sich, dass im Wald- oder Naturkindergarten vielen Verhaltensauffälligkeiten vorgebeugt und entgegengewirkt werden kann.

 

 

 

2. Gewaltfreie Kommunikation

 

 

 

Wenn wir unseren Kindern vorleben,

 

wie sie für sich sorgen,

 

ohne andere zu verletzen,

 

lernen sie alles,

 

was sie zum Leben brauchen.“

 

(Isolde Teschner)

 

 

 

 

 

 

 

Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg dient als Grundlage des Miteinanders in unserem Kindergarten.

 

Die Gewaltfeie Kommunikation basiert zunächst auf den vier Schritten: Beobachtungen wertfrei ausdrücken, die eigenen Gefühle zum Ausdruck bringen, die Bedürfnisse, die dahinter stehen nennen und einen konkreten, erfüllbaren Wunsch zu äußern. Außerdem geht es darum, dem Gegenüber empathisch zu zuhören und zu erfahren, welche Gefühle und Bedürfnisse hinter seinen Handlungen stehen. Es geht darum, sich gegenseitig anzuhören und zu verstehen. Auf dieser Basis kann dann ein Konsens gefunden werden, mit dem alle leben können.

 

In der GfK wird nicht bewertet, nicht in Kategorien wie „gut“ und „böse“, „falsch“ und „richtig“ gedacht. Vielmehr wird erkannt, dass alles was Menschen tun lediglich dazu dient, ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Dies ist es auch, was alle Menschen verbindet: jeder hat dieselben Grundgefühle und -bedürfnisse und deshalb können sich Menschen auf dieser Ebene so gut verständigen.

 

Weiterhin gibt es in der GfK kein „muss“. Kein Mensch wird zu irgendetwas gezwungen. Jeder Mensch kann in jeder Situation frei entscheiden, was er tut. Dies bedeutet auch, dass man sich nicht hinter einem „ ich muss“ verstecken kann: jeder hat jederzeit die volle Verantwortung für alles, was er tut bzw. nicht tut.

 

Für den Kindergarten bedeutet dies konkret, dass mit den Kindern, Eltern und dem pädagogischen Personal die vier Schritte der GfK und die dahinter stehende Denkweise aktiv geschult und eingeübt wird. Hierbei geht es nicht um eine einmalige Aktion sondern um dauernde, den Kindergartenalltag ständig und lebendig begleitende Lernprozesse.

 

Kinder werden in unserem Kindergarten wertschätzend behandelt und aktiv miteinbezogen, wenn es gilt, Entscheidungen zu treffen. Sie werden nicht gezwungen, gegen ihren Willen an Aktivitäten teilzunehmen.  Sie werden in ihrer Menschlichkeit ernst genommen. Gegenüber keinem Kind darf zu irgendeinem Zeitpunkt etwas anderes als schützende Gewalt angewendet werden. Hierbei wird Gewalt gemäß folgender Definition von Rosenberg verstanden: Gewalt ist „Jeder Versuch, andere Menschen (auf der Basis meiner Bewertungen zu bestrafen) und jeder Versuch, meine Bedürfnisse zu erfüllen, ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer.“

 

Kinder werden nicht bestraft, belohnt oder bewertet. Denn dieses würde voraussetzen, dass es eine Instanz gibt, die festlegt, was „richtig“ und „falsch“ ist. Außerdem steht hinter einem solchen Verhalten immer die Absicht, dass das Kind der Autorität zuliebe ein bestimmtes Verhalten wiederholt oder lässt. Damit wird dem Kind die Freude, etwas für sich selbst zu tun genommen. Es wird Abhängigkeit statt Eigenverantwortung geschaffen, wenn Bewertung statt Feedback und Belohnung statt Wertschätzung eingesetzt wird. Ständige Bewertungen von außen bringen Kinder nur zum Nachdenken darüber, was andere über sie denken und nehmen die Arbeitsfreude von innen heraus. In unserem GfK-Kindergarten wird stattdessen ehrliche Freude/Bedauern über das Verhalten der Kinder ausgedrückt und Interesse an dem gezeigt, was die Kinder tun.

 

Durch den gegenwärtigen und einfühlenden Kontakt mit den Erziehern  und Eltern erwächst ihnen  durch diese Beziehungen die Kraft, in dieser Welt anzukommen und ihren eigenen Weg darin zu finden.

 

 

 

 

3. Pädagogische Schwerpunkte

 

 

 

Erkläre mir - und ich vergesse.

 

Zeige mir - und ich erinnere mich.

 

Lasse es mich tun - und ich verstehe.“

 

(Konfuzius)

 

 

 

Kinder gestalten ihre Persönlichkeitsbildung und Entwicklung von Geburt an aktiv mit. Sie übernehmen für ihre Entwicklung Verantwortung. In einem Umfeld, in dem sie  sich  wohl,  sicher  und  geborgen  fühlen  und  täglich  ausreichend  Möglichkeit erhalten  sich  zu  bewegen,  können  sie  aktiv  lernen  und  sich  positiv  entwickeln.

 

Kinder lernen ganzheitlich – mit all ihren Sinnen, Emotionen, Erfahrungen, geistigen Fähigkeiten und Ausdrucksformen. Entscheidend für nachhaltiges Lernen ist zudem, dass Kinder die Möglichkeit haben, eigenaktiv und selbstständig zu erfahren, dass sie Ideen und Interessen entwickeln und festigen können, dass sie Fehler machen dürfen, dass sie selbst Entdeckungen machen dürfen und eigenständig Antworten auf ihre Fragen finden dürfen. Des Weiteren sind für Kinder gemeinsame Aktivitäten mit  anderen  Kindern  und  Erwachsenen  von  Bedeutung.  Kinder  konstruieren ihr Weltverständnis vorrangig über den Austausch mit anderen. Lernen in Interaktion, Kooperation und Kommunikation ist der Schlüssel für hohe Bildungsqualität und wird im Wald täglich gelebt.

 

Der  Wald-  und  Naturkindergarten  orientiert  sich  am  Bayerischen  Bildungs-  und Erziehungsplan  (BEP) und an den Grundsätzen der Bildungs- und Erziehungsarbeit vom BayKiBiG.  Im  Unterschied  zum  Regelkindergarten  integrieren  wir ökologische  Pädagogik  und  wollen  so  im  Sinne  der  anerkannten  Bildungs-  und Erziehungsziele Umweltbewusstsein schaffen.  Diese Ziele durch die Naturerfahrung mit  ihren  ganzheitlichen  Bildungsmöglichkeiten  zu  vermitteln,  ist  inhaltlicher Schwerpunkt  in  unserer  täglichen  Arbeit  im  Waldkindergarten.  Aus  diesem theoretischen  Ansatz  ergeben  sich  Grundsätze  der  Waldpädagogik,  die  in  der

 

Präambel zur Satzung des Landesverbands Wald- und Naturkindergärten in Bayern e. V. wie folgt formuliert sind:

 

 

            „In unmittelbarer Begegnung mit der Natur fördern Wald- und Naturkindergärten

 

            auf einzigartige, nachhaltige Weise die Entwicklung von Kindern, die Ehrfurcht vor

 

            dem  Leben,  eine  lebendige  Beziehung  zu  Tieren  und  Pflanzen  und  den

 

            verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Der Aufenthalt im Freien unterstützt

 

            die körperliche und seelische Gesundheit der Kinder. Erfahrungen aus erster Hand

 

            fördern das Körperbewusstsein und die Entfaltung vielfältiger Wahrnehmungs- und

 

            Bewegungsfähigkeiten.  Im  gemeinsamen  Spiel  mit  natürlichen  Materialien

 

            entwickeln   die  Kinder   in  besonderer  Weise  Kommunikationsfähigkeiten,

 

            Hilfsbereitschaft, Ausdauer, Geduld, Phantasie und Kreativität. Durch eigenaktives,

 

            entdeckendes, möglichst ganzheitliches Tun lernen die Kinder die Komplexität der

 

            sie  umgebenden  Welt  kennen  und  erweitern  so  ihr  Wissen.  Die  Aufgabe  der

 

            begleitenden Erzieherinnen besteht darin, geeignete Spielräume anzubieten und die

 

            Kinder  mit  Vertrauen  in  die  Möglichkeiten  ihrer  individuellen  Entwicklung  zu

 

            begleiten und zu fördern. So wollen Wald- und Naturkindergärten dazu beitragen,

 

            dass Kinder gänzlich Kind sein und gerade dadurch zu verantwortungsbewussten,

 

            gemeinschaftsfähigen,  selbstbewussten  und  selbstständigen  Mitgliedern  der

 

            Gesellschaft heranwachsen können.“

 

 

 

 

4. Bewegung

 

Das kleine Kind ist immer in Bewegung, aktiv mit dem ganzen Körper und mit allen seinen Sinnen. In der Kindheit hat Bewegung eine überragende Bedeutung. Die Bewegung, sei sie motorischer oder sensorischer Art, schlägt sich beim Kind in neurologischen  Strukturen  nieder.  Dieses  Wechselspiel beginnt  mit  der  ersten Koordination der Augen und der Kontrolle der Kopfbewegungen, geht weiter beim Spiel  mit  den  eigenen  Händen  und  Füßen  und  später  beim  Rollen,  Robben, Krabbeln,  Aufrichten  und  Gehen.  Parallel  zu  diesen  intensiven,  wenn  auch unbewussten, sensomotorischen Leistungen des Kindes reifen die Sinnesorgane und die Strukturen des Nervensystems aus. Diese Strukturen bilden die Grundlage für Sprach- und Denkfähigkeit. Bis zum fünften Lebensjahr gewinnt das Kind Sicherheit im Gleichgewichthalten, es kann  Treppen  steigen,  ausdauernd  gehen,  hüpfen,  springen,  sich  an-  und ausziehen.  Wenn  die  Kinder  genügend  grobmotorische  Erfahrungen  gesammelt haben, beginnen sie von selbst ihre feinmotorischen Fähigkeiten zu verfeinern, was für die Schulfähigkeit der Kinder eine wichtige Voraussetzung ist.

 

Im  Waldkindergarten  haben  die  Kinder  genügend  Zeit  und  Raum  zum  Gehen, Laufen,  Springen,  Balancieren,  Klettern,  Matschen und Bauen.  Mit angeleiteten Bewegungsspielen wie „Geh Bock – Steh Bock“, „Waldhexe“ oder aber auch Ballspielen und Tänzen werden vorgegebene Bewegungsabläufe geübt. Eine Grundbedingung ist es, dass Erwachsene dem Kind gestatten, die einzelnen Entwicklungsschritte und Erfahrungen im individuellen Tempo zu durchlaufen. Kinder lernen mit dem ganzen Körper und all ihren Sinnen. Dadurch entwickeln sie ihre Kompetenzen nicht isoliert, sondern in der Auseinandersetzung mit der konkreten Situation und mit bedeutsamen Themen. Dies stellt die Grundlage für Kompetenzentwicklung und Wissenserwerb dar. Es ist uns sehr wichtig, eine Ganzheitlichkeit in der Bildungs- und Erziehungsarbeit zu erreichen.

 

 

 

5. Soziale Kompetenzen

 

Die  Ausbildung  sozialer  Fähigkeiten  hat  eine  wesentliche  Voraussetzung:  Um Mitgefühl  und  Verständnis  für  andere  Menschen  zu  entwickeln,  muss  das  Kind zunächst sich selbst als individuelle Persönlichkeit erleben und behaupten können, muss sich von den Mitmenschen angenommen und bestätigt fühlen. In dem Maße, in  dem es Sicherheit und Geborgenheit in verlässlichen menschlichen Bindungen erfährt, entwickelt es sein Selbstwertgefühl und seine Selbständigkeit, und erst auf dieser Grundlage gewinnt es die Freiheit, nicht nur auf sich zu blicken, sondern sich auch mit Interesse und Hilfsbereitschaft anderen Menschen zuzuwenden. Auf diesem Weg zur Sozialfähigkeit hat das Kind bereits erste Schritte getan, wenn es aus der kleinen Gemeinschaft der Familie in die größere, ihm zunächst fremde Gemeinschaft des Kindergartens kommt. In der altersgemischten Gruppe trifft das Kind sowohl auf jüngere als auch auf ältere Kinder, mit denen es sich arrangieren muss. Hier ergeben sich vielfältige soziale Erfahrungen. In dieser Auseinandersetzung und Aushandlung mit anderen Kindern konstruieren sie Bedeutung und Sinn und entwickeln ihr eigenes Weltbild.

 

Andererseits wird dafür gesorgt, dass das Kind auch in dieser neuen, größeren Gemeinschaft Geborgenheit und Sicherheit erleben kann. Das über längere Zeit konstant  bleibende  Gruppengefüge  lässt  ihm  Zeit  und  Raum,  um  in  einem vertrauten Menschenkreis und Umfeld seine individuelle Entwicklung zu durchlaufen und  tragende  Beziehungen  zu  den  anderen  Kindern  und  zu  den  Erziehern aufzubauen.

 

Die altersgemischte Gruppe erweist sich als eine natürliche Hilfe auf dem Weg zur Sozialfähigkeit;  den  Großen  sind  die  Abläufe  schon  so  vertraut,  dass  sie  den kleineren Kindern Vorbild sein können.

 

Bildung und Lernen finden somit im Rahmen kooperativer und kommunikativer Alltagshandlungen und Bildungsaktivitäten statt, an denen Kinder und Erwachsene gleichermaßen aktiv beteiligt sind.

 

Ein Hauptanliegen unseres Kindergartens ist es, Kinder bei ihrer Entwicklung zum sozialen Wesen zu begleiten und ihre Kraft und Selbstsicherheit zu aktivieren. Die Gewaltfreie Kommunikation, die in unserem Kindergarten praktiziert wird, ist weniger eine Methodik als eine Haltung, mit der die zwischenmenschlichen Beziehungen gestärkt werden und mit der es gelingen kann, nachhaltig miteinander in Kontakt zu kommen.

 

 

 

6. Umgang mit Konflikten

 

Auch Konflikte gehören zum Alltag. Sie sind Ausdruck widerstreitender Bedürfnisse und Interessen und damit Bestandteil menschlicher Kommunikation. Das Erlernen einer Streitkultur, in der die Beteiligten Wege kennenlernen, wie sie für ihre Bedürfnisse eintreten und Lösungen finden können, die möglichst allen gerecht werden, ist das Ziel unseres Kindergartens.

 

Die  Kinder  lernen  im  Waldkindergarten  mit  anderen  Kindern  und Erwachsenen  bei  gemeinsamen  Aktivitäten,  z. B.  beim gemeinsamen Kochen oder bei Vorbereitungen für ein Fest zusammenzuarbeiten. Sie lernen, sich mit anderen abzusprechen, etwas zu planen und den Plan abgestimmt umzusetzen. Soziale Konflikte treten im Kleinkindalter gehäuft auf, deshalb ergeben sich viele Gelegenheiten für das Erlernen von Techniken zur Konfliktlösung.

 

In unserem Kindergarten werden die Kinder ganz gezielt auf den Umgang mit Konflikten vorbereitet. Sie erhalten ein Training in gewaltfreier Kommunikation, das auf dem Werk "Ich will verstehen, was du wirklich brauchst. Gewaltfreie Kommunikation mit Kindern. Das Projekt Giraffentraum" von Frank und Gundi Gaschler basiert. Dies beinhaltet sowohl Tage intensiver Schulung als auch fortlaufende Beschäftigung mit dem Thema gewaltfreie Kommunikation mit Hilfe von Spielen, Geschichten, Büchern und Gesprächen im Kindergartenalltag. Die vier Schritte der gewaltfreien Kommunikation, die die Kinder hierbei erlernen und die GfK-gestützte Mediation bieten für die Kinder einen sicheren Rahmen, um eigene Konfliktlösungen zu erproben.

 

 

 

7. Freies Spiel

 

Spiel ist für kleine Kinder Arbeit, mit der sie sich die Welt zu eigen machen. In keiner  anderen Tätigkeit  kann  das  Kind  seine  Selbstbildung  so  umfassend verwirklichen wie hier. Sämtliche Lebenskompetenzen werden grundlegend geübt. Das Spiel stellt eine sehr elementare Form des Lernens dar.

 

Das  freie  Spiel  bietet  eine  hervorragende  Grundlage  für  die  Entfaltung  der Persönlichkeit. Das Kind erprobt Autonomie, Souveränität und Freiheit, da es aus eigenem Antrieb handelt und die Werte und Regeln selbst bestimmt.

 

Im  Kindergartenalter  will  es  seine  Phantasie  erproben,  es  will  verwandeln, ergänzen, neu schaffen.  Sein  Horizont  erweitert  sich  dabei  kontinuierlich.  Seine  Wahrnehmungen verknüpfen  sich  mit  Gefühlen  und  Gedanken;  Sinneszusammenhänge  werden erfasst. Im Waldkindergarten bieten die verschiedenen Naturspielräume immer wieder neue Spielmöglichkeiten. Die Spiele am Wasser sind anders als die im Wald oder auf der Wiese. Mit allen Sinnen kann gebaut, experimentiert oder geforscht werden. Die Kinder lernen in Rollenspielen voneinander. Sozialverhalten wird durch die anderen Kinder korrigiert und erlernt. Die Kinder erhalten im Waldkindergarten genug Zeit und Freiraum, sich im freien Spiel ausdauernd mit dem zu beschäftigen, was sie gerade interessiert. Dadurch werden Ausdauer, Motivation, Interesse, Selbstbestimmung und Eigenaktivität gefördert. Diese Eigenschaften bilden die Grundlagen für nachhaltiges Lernen, d.h. dass Gelerntes dauerhaft verfügbar und auf neue Situationen übertragbar ist.

 

 

 

8. Umwelt

 

Kinder erleben die Umwelt im Spiel. Wälder und Wiesen sind voller Leben. Die Natur bietet alles, was die Kinder für ihre Spiele brauchen. Sie  fördert  die  gesunde  Entwicklung  der  Kinder.  Der  Wald  bietet  ihnen  die Möglichkeit, sich nach ihren Bedürfnissen den Raum zu nehmen, den sie brauchen (z. B.: zum Zurückziehen und Alleine sein oder aber zum Toben und Herumtollen). Besonders  wichtig  hierbei  ist,  dass  die  Kinder  im  Wald  oder  den  Wiesen  Stille erfahren können. Gerade in unserer hektischen und reizüberfluteten Gesellschaft ist dies  von  besonderer  Bedeutung.  Die  Kinder  werden  ausgeglichener  und  es entstehen weniger Aggressionen.

 

Allerdings steht nicht die Wissensvermittlung im Vordergrund, vielmehr kommt es darauf an, die Zeit und den Raum zu nutzen, um persönliche Bezüge zur Natur zu ermöglichen.  Naturkenntnisse  können  beiläufig  über  Fragen  beantwortet  und vermittelt werden.

 

In  Wäldern  und  Wiesen  bietet  das  Gebüsch  einen  zentralen  Erlebnisraum  für Kinder. Im Frühjahr erfreut es uns durch seine Blütenpracht. Im Sommer durch sein grünes, schattenspendendes Laub. Im Herbst setzt das bunte Laub fröhliche Farbtupfer und im Winter geben die verschiedenen Silhouetten der Sträucher und Gehölze eine unverwechselbare Struktur.

 

Neben diesem Wechsel an Farben und Formen im Jahresverlauf gehören Gebüsche aber auch zu den wichtigen Spielräumen für Kinder. Sie geben Geborgenheit, bieten ideale Verstecke und ermöglichen ein von den Erwachsenen unbeobachtetes Spiel. Kinder  erleben  ihre  Umwelt  mit  all  ihren  Sinnen.  Interessante  Objekte  werden angefasst, befühlt, ertastet, berochen und erlauscht. Spielerisch erfassen und begreifen die Kinder ihre (Um)-Welt.

 

Sie entdecken Grenzen, setzen sich mit Gefahren auseinander, erproben ihre Kräfte und  Fähigkeiten  und  üben  ihre  Geschicklichkeit.

 

Heutzutage müssen Naturkontakte mehr und mehr bewusst geschaffen werden. Beim  „spielerischen“  Bearbeiten  von  Naturmaterialien  mit  Hilfe  verschiedener Werkzeuge  (z.B.  Messer,  Säge,  Bohrer, Hammer)  werden  Lebens-  und  Naturerfahrungen gesammelt, die sich positiv auf die Entwicklung auswirken.

 

Die Arbeit mit Naturmaterialien ermuntert die Kinder, ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen und fördert ihre Kreativität. Die Kinder möchten mitgestalten, sie lernen, ihre Umwelt durch aktives „Tun“ zu begreifen.  Jede  Bewegung  ermöglicht  dabei  einen  neuen  Eindruck.  In  einer natürlichen  Umgebung  erfahren  Kinder,  dass  ihre  Umwelt  und  somit  auch  das gesamte Leben dynamisch ist, sich ständig verändert.

 

Verändert sich die Natur, verändern sich auch die Erlebnisse und die Spiele in ihr. An  einem  Regentag  ergeben  sich  andere  Spiele  als  bei  Sonnenschein.  Im Frühjahrswald entdeckt man andere Geheimnisse als im Winterwald.

 

Unter  freiem  Himmel,  in  der  Natur  mit  ihren  Hecken  und  Gebüschen,  dem Walddickicht,  den  Wiesen  und  Bächen  Beobachtungs-  und  Wahrnehmungsgabe schulen und im Spiel lernen - dies ist im Waldkindergarten möglich.

 

 

 

 9. Partizipation und Demokratie

 

„Partizipation“  bedeutet die Beteiligung an Entscheidungen, die das eigene Leben und das der Gemeinschaft betreffen, und damit Selbst- und Mitbestimmung, Mitgestaltung, Eigen- und Mitverantwortung und konstruktive Konfliktlösung.

 

Kinder haben das Recht, an allen sie betreffenden Entscheidungen entsprechend ihrem Entwicklungsstand beteiligt zu werden. Das beinhaltet zugleich das Recht, sich nicht zu beteiligen. Wenn Erwachsene und Kinder  gemeinsam  planen  und  entscheiden,  kann  es  zu  Konflikten  kommen. Konflikte  werden  als  Chance  zur  Entwicklung  und  Verbesserung  verstanden,  es werden gemeinsam Lösungen gesucht, die alle mittragen können. Kinderbeteiligung erweist sich als Kernelement einer zukunftsweisenden Bildungs-und  Erziehungspraxis;  sie  ist  ein  Schlüssel  zu  Persönlichkeitsbildung  und Demokratie. Dialog, Aushandlung, Kooperation und Verständigung sind Grundlagen des Umgangs aller Menschen, die am Waldkindergarten beteiligt sind. In der „Kinderkonferenz“ beteiligen sich die Kinder aktiv an Entscheidungsfindungsprozessen und erleben, dass ihnen zugehört wird und dass ihre Meinung wichtig ist. Sie entwickeln den Mut sich zu äußern und haben zunehmend Freude am Sprechen (Sprachkompetenz). Kinderbeteiligung verändert die Erwachsenen-Kind-Beziehung!

 

Gefragt zu werden ist eines der Bedürfnisse, das erfüllt sein will, um Verbindlichkeit und Zusammenarbeit zu erreichen. Betroffene zu Beteiligten machen heißt hierbei die Devise. Jeder, der an einem Projekt teilnimmt, hat damit die Möglichkeit, mitzugestalten und seinen Bedürfnissen Ausdruck zu geben. Auch hier hilft die Gewaltfreie Kommunikation: Es ist erstens sinnvoll, von klaren Beobachtungen auszugehen, damit alle wissen, worum es geht. Zweitens werden die Gefühle und Bedürfnisse möglichst vieler Beteiligten gehört, um zu verstehen, was sie wollen, und drittens werden Lösungen im Konsens gesucht, bei denen alle Beteiligten wissen, was sie tun können. Der Grad der Beteiligung und die Auswahl der Themen sind sicherlich abhängig von der Kompetenz und dem Alter der Kinder. Hierbei ist wichtig zu beachten, dass Beteiligung von Klein auf möglich ist, d.h. mit Kindern jeden Alters und bei allen sie betreffenden Themen. Das Alter spielt für die Beteiligungsform eine Rolle, nicht hingegen für die Beteiligung als solche. Das   Demokratieprinzip   prägt   das   gesamte  Bildungsgeschehen  (gelebte Alltagsdemokratie).   Wichtige   Aspekte    sind   dabei    Gleichberechtigung, Wertschätzung und respektvolles Miteinander, denn jeder hat besondere Stärken und kann etwas einbringen.

 

Wichtig  ist,  den  nötigen  Raum  zur  Förderung  der  Entwicklung  einer  lebendigen Streitkultur sowie einer Kultur der Konfliktlösung zu schaffen. Das  Erwachsenen-Kind-Verhältnis  ist  getragen  von  einer  kompetenzorientierten Grundhaltung,  die  danach  fragt,  was  Kinder  schon  alles  können,  wissen  und verstehen.

 

Um (Bildungs-) Prozesse der Kinder konstruktiv zu begleiten, stehen wir in der Verantwortung, nicht nur anregende Lernumgebungen zu schaffen, sondern auch unsere  eigenen  Haltungen  und  Wertvorstellungen  zu  klären  und  die Glaubwürdigkeit  (Authentizität)  unseres  Verhaltens  laufend  zu  überprüfen (Selbstreflexion).

 

Erwachsene und ihr Umgang miteinander sind stets Vorbild und Anregung für die Kinder. Deshalb erfordert gelingende Partizipation der Kinder immer auch die Partizipation der Eltern und des Teams. Aus der Kultur des gemeinsamen Lernens und Entscheidens ergibt sich eine neue Rolle und Haltung des pädagogischen Personals.

 

 

In unserem Kindergartenalltag fördern wir z.B. durch:

 

Kinderkonferenz am Versammlungsort (Vereinbarungen im Kindergarten)

 

Projektarbeit

 

Reflexion mit Kindern

 

Morgen- und Abschlusskreis

 

Miteinbeziehung der Kinder in Entscheidungen über den Tagesablauf, z.B. welcher Platz heute aufgesucht werden soll, welches Spiel gespielter werden soll usw.

 

Schaffung von genug Freiräumen für freies Spiel, bei dem jedes Kind für sich selbst entscheiden kann, wie es diese Zeit verbringt.

 

Regelmäßige Elternabende an denen auch das Team teilnimmt. Dort werden zahlreiche Entscheidungen gemeinsam getroffen, die den Waldkindergarten betreffen.

 

Konstrukive Konfliktlösung zwischen den Beteiligten Erwachsenen wird begleitet durch den Dipl. Soz. Päd. Tassilo Peters, der sich als Trainer für Gewaltfreie Kommunikation auf Konfliktberatung in pädagogischen Einrichtungen spezialisiert hat.

 

 

 

10. Musik

 

Musik  sollte  eine  wichtige  Rolle  spielen.  Musik  berührt  im  Innersten.  Tempo, Rhythmus und Tonart gehörter Musik beeinflussen Herzschlagfrequenz, Blutdruck, Atmung,  Puls  und  Hormonausschüttung.  Musik  führt  zu  Entspannung, Aufmunterung, Lebensfreude und emotionaler Stärke und damit zu Ausgeglichenheit.

 

Musik ist ein ideales Medium für Kinder sich mitzuteilen, Gefühle und Gedanken zu äußern, aber auch emotionale Belastungen abzureagieren. Der Musikunterricht  regt  Phantasie  und Kreativität  an  und  ermöglicht  den  Kindern, eigene musikalische Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Gemeinsames Singen und Musizieren stärken die Kontakt- und Teamfähigkeit und die Bereitschaft, soziale Mitverantwortung zu übernehmen. Musik trainiert aktives Zuhören, was für Lernen und Verstehen grundlegend ist und die Entwicklung vielfältig beeinflussen kann (z. B. Sprachkompetenz, Konzentration, soziale   Sensibilität, Teamfähigkeit, auditives  Gedächtnis, Intelligenz, Erlebnisfähigkeit, Emotionalität).

 

 

Im Kindergartenalltag bedeutet dies z.B.:

 

Singen jahreszeitlicher Lieder

 

Bauen eines Holzxylophons

 

Bauen von Trommeln aus Blumentöpfen

 

Musikalische Gestaltung der Feste

 

Wahrnehmung von Geräuschen (Vogelstimmen)

 

Tägliches Singen beim Morgen- und Abschlusskreis

 

Gemeinsame Tänze

 

 

                                                                                            

 

11. Naturwissenschaft

 

Nirgendwo kann man Naturwissenschaft unmittelbarer erfahren und erlernen als in der Natur. Viele Kinder zeigen großes Interesse an Alltagsphänomenen. Den Satz „Warum ist das so?“ kennen wohl viele Eltern. Das kindliche  Forscherinteresse  gilt z.B. den Elementen oder den Wetterphänomenen und bringt eine Vielzahl von Fragen, bis hin zu der nach fernen Welten,  hervor.  Aktuelle  Studien  zeigen,  dass  drei-  bis  sechsjährige  Kinder besonders aufnahme- und lernfähig sind.

 

Draußen  im  Freien  können  die  Kinder  z.B.  erfahren,  wie  unterschiedlich  sich Naturmaterialien anfühlen – sie begreifen durch Greifen. Sie können u.a. beobachten, ob und wie etwas schwimmt, wie etwas wächst und die verschiedenen Aggregatszustände  des Wassers sowie nahezu alle Wetterphänomene kennen lernen. Die Phänomene, mit denen sie in der Natur in Berührung kommen, entstammen ihrer kindlichen Lebenswelt und werden von den Erziehern in komplexe Zusammenhänge eingebettet.

 

 

 

12. Mathematische Kompetenzen

 

Die Welt ist voller Mathematik. Geometrische Formen, Zahlen und Mengen lassen sich überall entdecken. Die Grundlagen für mathematisches Denken werden in den ersten Lebensjahren entwickelt, wenn das Kind die ersten Erfahrungen mit Zeit und Raum aber auch mit mathematischen Operationen wie Messen, Schätzen, Ordnen und Vergleichen machen können. Auch  bei uns im Waldkindergarten  gibt es Möglichkeiten, sich damit auseinanderzusetzen. Da wir das Jahr, die Woche und den Tag klar strukturieren, erfahren die Kinder Gliederung, Ordnung und Maß. Auch in der Mathematik geht es ums Ordnen und Strukturieren – was sich z.B. auch bei Wiederholungen in Mustern oder symmetrischen Figuren, in Blattstrukturen, Spinnennetzen oder z.B. beim Legen von

Mandalas zeigt.                                                         

 

Durch den Aufenthalt in der Natur können die Sinnesorgane und der Bewegungsorganismus ausreifen, das Bewusstsein für geometrisch-mathematische Gesetzmäßigkeiten erwacht, die Kinder lernen, den Raum, die Zeit, die Menge und die Zahl zu erfassen. Die Sinnesorgane der Kinder werden durch Erde, Wasser, Holz und Steine angeregt.

 

Durch Ertasten können sie die Qualität von hart/weich, rau/glatt, warm/kalt usw. erfahren. Beim Legen von linearen und flächigen Mustern mit Steinen, Stöcken, Moos und Schneckenhäusern  werden  erste  geometrische  Muster  erkannt  und  Reihen fortgesetzt. Bei  den  Rollenspielen  während  des  Freispiels  üben die Kinder beim erdachten Einkaufen die ersten Beziehungen zum Geld.

 

 

Durch die Vorschulerziehung wird der pränumerische Bereich, spielerisches Erfassen geometrischer Formen mit allen Sinnen (Basteln mit Altpapier), Körperschema als Grundlage räumlicher Orientierung, Grundlegende Auffassung von Raum und Zeit, der numerische Bereich, Zahlenkompetenz, Verständnis von Zahlen als Ausdruck von, Menge, Länge, Gewicht, Zeit oder Geld , der sprachliche Ausdruck Mathematik, Begriffe z. B. größer/kleiner, Zahlwörter, Grundbegriffe der Zeit z.B. vorher/nachher, gestern/heute/morgen, Uhrzeit/Kalender , Grundbegriffe geometrischer Formen, Mathematische Werkzeuge Lineal, Waage nochmals genauer betrachtet.

 

 

 

 

 13. Vorbereitung auf die Schule          

 

Die Vorbereitung auf die Schule beginnt eigentlich schon mit der Geburt. Schon beim ersten Atemzug lernen wir. Dieser Prozess hält ein Leben lang an. Unter Schulvorbereitung im engeren Sinne (wie er in diesem Punkt verwendet wird) verstehen wir die Lernangebote im letzten Kindergartenjahr. Um ein Schulkind zu werden, bedarf es aber nicht nur kognitiver Voraussetzungen, sondern auch körperlicher, motivationaler und sozialer Kompetenzen.

 

Das heißt, Schulvorbereitung im engeren Sinne ist keine Sache der Wissensvermittlung. Im letzten Jahr  werden  nochmals  sehr  sorgfältig  die sozialen Kompetenzen   und  die  motorischen Fähigkeiten geschult.

 

Einmal  pro  Woche  am „Waldriesentag“ haben  die  Kinder  im Vorschuljahr  Gelegenheit,  sich auf das Thema Schule einzustimmen und in  einer überschaubaren Größe ihre sozialen, kognitiven und körperlichen Fähigkeiten zu testen.

 

Dabei können die Kinder Wunschthemen einbringen. Außerdem wird das Vorschulkonzept mit den Schulen abgestimmt, auf die die Kinder gehen werden. Die/Der Kooperationsbeauftragte des Kindergartens tritt in Kontakt mit den Schulen und besucht die dortigen Elternabende.

 

Wenn  im  Herbst  ein  Drachen  gebaut  wird,  entwerfen  die  Kinder  eine Schablone (Mathematik), Buchstaben und Zahlenbegriffe werden in anschauliches Material verpackt. Es werden aber zunächst keine Buchstaben und Zahlen gelehrt, die Kinder sollen lediglich das Interesse am Erlernen derselben entwickeln. Ausnahme ist, wenn Kinder sich von selbst für Buchstaben und Zahlen interessieren, sollen ihnen diese auch gezeigt werden, z.B. durch Schreiben auf dem Waldboden.

 

Kinder können ihren Namen schreiben, das ist genug. Falls die Kinder mehr wissen wollen, werden wir natürlich darauf eingehen und ihnen die Buchstaben und Zahlen erklären und dieses Interesse entsprechend fördern.

 

Im Bereich Naturwissenschaften werden mit den Kindern Experimente aus der belebten und unbelebten Natur gemacht. Handwerkliche Tätigkeiten, wie eine Tasche weben, basteln, malen usw. schulen die Feinmotorik.

 

Am Ende der Kindergartenzeit wird eine Schultüte gebastelt und ein großes Abschiedsfest gefeiert.

 

Durch ihre Position in der Kindergartengruppe ergeben sich für die Vorschüler besondere Aufgaben und Verantwortungen: Sie helfen den jüngeren Kindern z. B. beim Schlittenziehen, beim Anziehen, beim Öffnen der Brotzeitdose usw.    

 

 

 

 14. Zusammenarbeit mit der Grundschule

 

Da der Kindergarten immer auch als Vorbereitung für die Schule dient, ist die Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Grundschulen sehr bedeutsam. Die Erfahrung mit frühen Übergängen beeinflusst die Bewältigung aller weiteren Übergänge im Entwicklungsverlauf maßgeblich. Von den vielfältigen Kompetenzen, die ein Kind bereits beim ersten Übergang erwirbt, profitiert es nachhaltig bei allen weiteren Transpositionen in seinem Leben. Damit ein gelungener Übertritt vom Kindergarten auf die Schule stattfinden kann, nimmt die Kooperationsbeauftragte des Kindergartens Kontakt zu den Grundschulen auf, in die die Kinder wechseln werden und besucht gegebene falls die Elternabende der betreffenden Schulen. Dabei werden die Bildungs- und Erziehungspläne von Kindergarten und Schule wechselseitig erklärt. Außerdem wird hier das Vorkurskonzept des Kindergartens mit der Schule abgestimmt. Weiterhin informiert die Kooperationsbeauftragte hierbei die zukünftigen Lehrer über das Kind, da es beim Übertritt in die Grundschule nicht nur auf den Entwicklungsstand des Kindes ankommt, sondern auch darauf, dass die Schule auf die individuellen Kompetenzen und Lernbedürfnisse der Kinder eingeht.

 

Außerdem bieten die Erzieher nicht nur den Eltern sondern auch den zukünftigen Lehrern der Kinder Gesprächsmöglichkeiten an.

 

 

 

15. Kinderschutz  (BayKiBiG Art. 9a)

 

Die Träger der nach diesem Gesetz geförderten Einrichtungen haben sicherzustellen, dass

 

1.   deren Fachkräfte bei Bekanntwerden gewichtiger Anhaltspunkte für die Gefährdung eines

      von ihnen betreuten Kindes eine Gefährdungseinschätzung vornehmen,

 

2.    bei der Gefährdungseinschätzung eine insoweit erfahrene Fachkraft beratend  hinzugezogen wird,

 

3.   die Eltern sowie das Kind in die Gefährdungseinschätzung einbezogen werden, soweit hierdurch der wirksame Schutz des Kindes nicht in Frage gestellt wird.

 

Insbesondere haben die Träger dafür Sorge zu tragen, dass die Fachkräfte bei den Eltern auf die Inanspruchnahme von Hilfen hinwirken, wenn sie diese für erforderlich halten, und das Jugendamt informieren, falls die Gefährdung nicht anders abgewendet werden kann.

 

Bei der Anmeldung zum Besuch einer Kindertageseinrichtung haben die Eltern eine Bestätigung der Teilnahme des Kindes an der letzten fälligen altersentsprechenden Früherkennungsuntersuchung vorzulegen. Die Nichtvorlage einer Bestätigung ist für die Förderung nach diesem Gesetz unschädlich. Der Träger ist verpflichtet, schriftlich festzuhalten, ob vonseiten der Eltern ein derartiger Nachweis vorgelegt wurde.

 

Weiterhin stellt der Kindergarten den Kinderschutz sicher, indem immer genügend geeignetes Fachpersonal vor Ort ist. Es muss immer mindestens ein/e Erzieher/in, ein/e Kinderpfleger/in und ein/e Praktikant/in anwesend sein. Einzige Ausnahme ist jeweils die erste halbe Stunde nach Beginn des Kindergartens (von 8:00- 8:30 Uhr) und eine halbe Stunde vor Ende des Kindergartens (von 14:00-14:30 Uhr). Da hier nur eine geringere Anzahl von Kindern da ist und außerdem ständig Eltern kommen und gehen, genügt es, wenn eine Fachkraft und ein Praktikant oder eine Elternperson anwesend ist. Zu dieser Zeit halten sich alle Kinder auf dem Platz unmittelbar neben den Jurten auf. Das Arbeitsrecht wird somit eingehalten, da eine Fachperson von 8:00 bis 14:00 Uhr arbeitet und die andere von 8:30 bis 14:30 Uhr.

 

Vom Fachpersonal, dem Praktikant, allen Eltern, die sich im Elterndienst während der ersten oder letzten halben Stunde um die Kinder kümmern und vom Vorstand wird die Vorlage eines amtlichen Führungszeugnisses verlangt. Dieses muss alle fünf Jahr neu vorgelegt werden. Selbiges gilt auch für alle Eltern, die in Kontakt mit den Kindern kommen, z.B. weil sie aushelfen.

 

Der räumliche Schutz der Kinder wird gewährleistet indem den Kindern jederzeit zwei Jurten zur Verfügung stehen. Diese Jurten stehen weit genug vom Waldrand entfernt, sodass keine herunterfallenden Äste oder ähnliches die Kinder gefährden können. Sie steht aber so nahe am Wald, dass die Kinder zeitnah darin Zuflucht finden können. Für die Jurte wird eine entsprechende Baugenehmigung eingeholt. Somit ist z.B. ausreichender Brandschutz usw. jederzeit gewährleistet.

 

Bei Sturm und Gewitter steht der Gemeinschaftsraum der Blumenthaler jederzeit und sofort zur Verfügung. Falls schon in der Früh vor Kindergartenbeginn klar ist, dass das Wetter einen Waldaufenthalt nicht ermöglicht, kommuniziert der Frühdienst des Kindergartenteams einen Ausweichort und die Eltern bringen die Kinder direkt dorthin. Falls tagsüber plötzlich ein Unwetter aufzieht, begeben sich alle Kinder sofort in die Halle der Fugger, die unmittelbar neben den Jurten des Kindergartens steht. Von dort aus rufen die Erzieher die Eltern der Kinder an, damit diese kommen und die Kinder zum Gemeinschaftsraum fahren. Fall es Eltern gibt, die keine Zeit haben, ihre Kinder selber zu fahren, werden für diese Kinder Taxis gerufen. Laut Taxiunternehmer sind die Taxis innerhalb von zehn Minuten vor Ort. Die Eltern der betroffenen Kinder übernehmen selber die Kosten, die hierdurch entstehen.

 

Außerdem wird der Wald, den die Kinder betreten in regelmäßigen Abständen sowie nach Sturm vom Team und von einem Förster kontrolliert und evtl. gefährliche Bäume, Äste usw. werden entfernt bevor die Kinder den entsprechenden Waldabschnitt wieder betreten dürfen.

 

Vom Windrad müssen die Kinder bei Frostgefahr immer eine Entfernung von mindestens 400m einhalten. Dies wird für alle deutlich sichtbar mit Bändern an den Bäumen markiert.

 

Sollte in absoluten Ausnahmefällen eine Jagt zu Kindergartenzeiten im Gebiet des Kindergartens stattfinden oder dort Waldarbeiten durchgeführt werden, bleiben die Kinder in und an den Jurten.

 

Weiterhin muss die Kindergartenleitung ständig ein Handy mit sich führen und sicherstellen, dass sie jederzeit Empfang hat, so dass im Notfall sofort Hilfe angefordert werden kann.

 

 

 

16. Integration und Inklusion

 

Der Kindergarten steht Integration und Inklusion wohlwollend und offen gegenüber. Es soll möglichst allen Kindern frei stehen, den Waldkindergarten zu besuchen.

 

 

 

 17. Essen

 

Die Kinder Frühstücken gemeinsam. Hierfür bringt jedes Kind eine gesunde, vollwertige Brotzeit in einer Box mit. Alles muss bereits ausgepackt sein, sodass kein Müll entsteht. Weiterhin bringt jedes Kind sein eigenes Getränk in einer wieder verwendbaren Flasche mit Insektensicherem Verschluss mit.

 

An einem Tag in der Woche kochen die Kinder gemeinsam mit dem pädagogischen Personal das Mittagessen für die Kindergartengruppe. So lernen die Kinder wie Essen entsteht und Zubereitet wird. An allen anderen Wochentagen bringen die Kinder ihre Mittagsmahlzeit selbst mit.

 

 

18. Hygiene

 

Die Kinder waschen sich mindestens vor jedem Essen, nachdem Toilettengang und wenn sie dreckige Hände haben ihre Hände. Das Wasser hierfür stammt aus einem Wasserkanister der täglich von einem Elterndienst gereinigt und mit frischem Trinkwasser befüllt wird. Es wird eine biologisch abbaubare Seife verwendet. Jedes Kind hat in seinem Rucksack ein kleines Handtuch in einer sauberen Plastiktüte dabei. Dieses wird jeden Tag frisch mitgebracht.

 

Es gibt eine kleine Trocken-Toilette. Dort befindet sich unter einem Toilettensitz ein fachgerechter Auffangbehälter. Nach jedem Toilettengang werden ein paar Hackschnitzel/Sägespäne dazu gegeben.  Nach Kindergartenschluss wird die Toilette gereinigt, desinfiziert und der Inhalt über die Restmülltonne entsorgt.

 

Es können keine Wickelkinder aufgenommen werden, da keine Wickelmöglichkeit vorhanden ist.

 

Es kann kein Mittagsschlaf angeboten werden, da keine Schlafplätze vorhanden sind. Kinder, die noch einen Mittagsschlaf brauchen, müssen entweder nach dem Mittagessen abgeholt werden oder können nicht bei uns aufgenommen werden. Allerdings können sich die Kinder bei Bedarf nach dem Mittagessen beim Vorlesen während der Ruhezeit oder in den Jurten ausruhen.

 

 

 

19. Tier- und Naturschutz

 

In Zusammenarbeit mit dem zuständigen Förster werden Regeln erarbeitet, um die im Wald lebenden Tiere und Pflanzen zu schützen. Die Einhaltung der Regeln und die Achtsamkeit gegenüber der Natur bringen die Erzieher den Kindern näher. Um hierbei Partizipation der Kinder zu ermöglichen, geben die Erzieher den Rahmen vor, innerhalb dessen Gruppenregeln definiert werden können (z.B. Alle Kinder gehen achtsam mit der Natur um) und die genaue Ausarbeitung der Regeln kann dann gemeinsam geschehen (z.B. Keiner bohrt mit einem Stock in Löcher, um keine Tiere zu stören).

 

 

 

20. Erziehungspartnerschaft

 

Der Kindergarten erkennt die Familie als primären Ort der sozial-emotionalen Entwicklung des Kindes an. In der Familie wird der Grundstein gelegt für lebenslanges Lernen, aber auch für die emotionale, soziale und physische Kompetenz. Bildung kann daher nur aufbauend auf die Prägung in der Familie erreicht werden. Daraus ergibt sich die Aufgabe, Eltern in ihrer Unersetzlichkeit, ihrer Wichtigkeit und ihrer Verantwortung wertzuschätzen und entsprechend in ihrer Aufgabe zu unterstützen.

 

Der Umgang und das menschliche Miteinander in unserm Kindergarten basiert auf der gewaltfreien Kommunikation. Damit diese Haltung nicht auf den Kindergarten begrenzt bleibt, ist es dem Kindergarten sehr wichtig, die Eltern mitzunehmen. Dies konkretisiert sich in Elternabenden, in denen die Eltern gezielt in gewaltfreier Kommunikation geschult werden. Die gewaltfreie Kommunikation soll vom Kindergarten mit hinein in die Familien genommen werden, um so den Alltag der Familien zu bereichern.

 

Weiterhin sind alle Eltern zugleich auch Mitglied im Verein "Waldkindergarten Aichörnchenkobel e.V.". Dies bedeutet, dass sie ein Stimmrecht besitzen und somit in wichtigen Fragen, die den Kindergarten betreffen, mitentscheiden können. Es finden regelmäßige Mitgliederversammlungen und Elternabende statt.

 

Weiterhin haben alle Eltern jederzeit die Möglichkeit, aber mindestens einmal im halben Jahr die Pflicht, ein Gespräch mit der Leitung des Kindergartens zu führen. Hierbei wird der Entwicklungsstand des Kindes, seine Stärken und eventuelle Probleme besprochen. Hierfür werden die Entwicklungsbögen, die das pädagogische Personal über die Kinder regelmäßig ausfüllt herangezogen. Diese Gespräche werden dokumentiert.

 

Außerdem beteiligen sich die Eltern durch Elterndienste am reibungslosen Ablauf des Kindergartenalltags. Sie übernehmen beispielsweise Putzdienste, Helfen bei Festen aus, bringen Wasser mit usw.

 

Auch finanziell sind die Eltern, die dies wollen über eine Bürgschaft zwischen 1000€ und 3000€ am Waldkindergarten beteiligt. Dadurch entsteht ein Gemeinschaftsgefühl und alle Eltern haben persönliches Interesse daran, dass der Waldkindergarten funktioniert.

 

Weiterhin haben alle Eltern, die dies wollen die Möglichkeit, Kurse ihrer Wahl für die Kinder anzubieten. Dadurch sollen zum einen die Eltern aktiv in den Kindergarten miteingebunden werden und zum anderen können dadurch die vielseitigen Stärken der Eltern zum Vorteil der Kinder genutzt werden und die Kinder ein breites Angebot in Anspruch nehmen.

 

 

 

21. Entwicklungsdokumentation

 

Der Verlauf der kindlichen Entwicklung wird durch das pädagogische Personal beobachtet und dokumentiert. Dies dient zum einen dem Kinderschutz und zum anderen als Grundlage des Austauschs mit Eltern. Bei Auffälligkeiten und Verdacht auf Kindeswohlgefährdung wird wie in Punkt 15. Beschrieben, eine erfahrene Fachkraft informiert. 

 

Es kommen mindestens folgende Bögen zum Einsatz:

 

- PERIK (Positive Entwicklung und Resilienz im Kindergartenalltag): alle Kinder ab 3,5 Jahre, jährlich. Dieser Bogen zielt auf sechs elementare Bereiche sozial-emotionaler Entwicklung (Kontaktfähigkeit, Selbststeuerung/Rücksichtnahme, Selbstbehauptung, Stressregulierung, Aufgabenorientierung, Explorationsfreude). Es werden unterschiedliche Kompetenzen angesprochen, die aber einen gemeinsamen Nenner haben: Es handelt sich um wesentliche Aspekte von positiver Entwicklung und Resilienz.

 

- SISMIK (Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen): Migrantenkinder, die nicht gut deutsch sprechen ab 3,5 Jahre, jährlich. Hier geht es zum einen darum, das Sprachverhalten der Kinder in verschiedenen Situationen wie z.B. in Rollenspielen, am Frühstückstisch oder beim Vorlesen zu beobachten, zum anderen wird die sprachliche Kompetenz im engeren Sinn beobachtet, also z.B. Sprechweise, Wortschatz, Satzbau, Grammatik. Außerdem wird auch die Familiensprache und familiäre Situation der Kinder betrachtet.

 

- SELDAK (Sprachentwicklung und Literacy bei deutschsprachig aufwachsenden Kindern): Alle deutschsprachig aufwachsenden Kinder ab 4 Jahre, jährlich. In diesem Bogen geht es um Sprache und Literacy (kindliche Erfahrungen, Interessenn und Kompetenzen rund um Buch-, Erzähl-, Reim-, und Schriftkultur); Erfahrungen im Bereich Literacy sind für die Sprachentwicklung sehr wichtig. Die Beobachtung ist oft an sprachrelevante Situationen gebunden; damit wird der Bezug zur pädagogischen Arbeit sehr konkret.

 

Die Ergebnisse, die aus der Entwicklungsdokumentation gewonnen werden, werden zur Planung der pädagogischen Maßnahmen für das jeweilige Kind verwendet. 

 

 

 

22. Sprachförderung

 

Ergibt sich aus der Entwicklungsdokumentation der Bedarf nach einer extra Sprachförderung, wird diese im Kindergarten ermöglicht. Dieser ergibt sich insbesondere aus dem SISMIK-Bogen Seite 7f.

 

Ein genaues Konzept wird in diesem Fall noch erarbeitet. Es wird aber evtl. in Zusammenarbeit mit den Schulen Sprachkurse für Migrantenkinder (haben wir derzeit nicht) und deutsche Kinder mit Sprachschwierigkeiten geben.

 

 

Generell wird die Sprachentwicklung in unserem Kindergarten auf die folgende Weise gefördert:

 

Durch den weitgehenden Verzicht auf vorgefertigtes Spielzeug sind die Kinder gezwungen, sich ständig verbal auszutauschen. Sie sprechen ganz automatisch miteinander, um sich gegenseitig mitzuteilen, was der Stein, Stock,... gerade darstellen soll.

 

Weiterhin nimmt Vorlesen und Geschichten erzählen in unserem Kindergarten einen großen Raum ein.

 

Es finden ein regelmäßiger Begrüßungs- und Abschiedskreis statt. Hier wird gesungen und erzählt. Die Kinder können ihre Wünsche und Probleme einbringen.

 

Die Gewaltfreie Kommunikation basiert darauf, Beobachtungen zu schildern und seine Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche präzise zu äußern. Dies wird in unserem Kindergarten intensiv und dauernd geübt. Zur Sprachentwicklung gehören auch: Freude an Kommunikation, das Bedürfnis und die Fähigkeit, die eigenen Gefühle, Erlebnisse und Gedanken sprachlich mitzuteilen, das Interesse an den Äußerungen anderer, die Fähigkeit zuzuhören, die Freude am lebendigen Geben und Nehmen im Gespräch, am dialogorientierten Verhandeln. Die Kinder lernen in der GfK Worte, Grammatik, Satzmelodien usw. und erfahren, welche Wirkung sie erreichen können: Es gibt bestimmte Reaktionen auf Worte, mit Sätzen kann man etwas bekommen oder mitteilen und vor allem erhöht Sprache die Wahrscheinlichkeit, verstanden zu werden, um das zu bekommen, was man braucht. Je öfter Kinder erfahren, dass sie verstanden werden, wenn sie erzählen und ihre Gefühle zeigen, desto größer ist ihre Motivation, sich sprachlich weiter zu entwickeln.

 

 

 

23. Qualitätssicherung

 

Um eine hohe Qualität des Kindergartens zu sichern, sind folgende Maßnahmen geplant:

 

Der Kindergarten schult das pädagogische Personal insbesondere im Bereich Wald- und Naturpädagogik und GfK.

 

Der Kindergarten führt einmal jährlich eine Eltern- und Kinderbefragung mittels Fragebogen durch. Dieser wird intern evaluiert.

 

Der Kindergarten ermöglicht dem Personal Fortbildungen.

 

Das Personal und die Eltern werden laufend von einem Trainer der GfK betreut.

 

 

 

 

24. Organisatorische Rahmenbedingungen

 

Der Kindergarten hat jeden Tag von 8:00 bis 14:30 Uhr geöffnet.

 

 

Der Kindergarten bietet gestaffelte Buchungszeiten zu folgenden Preisen an:

 

Buchungszeit 3-4 h: 130 €

 

Buchungszeit 4-5 h: 135 €

 

Buchungszeit 5-6 h: 140 €

 

Buchungszeit 6-6,5 h: 145

 

Die Höhe des Kindergartenbeitrags kann an veränderte finanzielle Gegebenheiten angepasst werden.

 

Die Eltern erklären sich bereit, bestimmte Dienste wie Hilfe bei Renovierungsarbeiten, Putzen, Rasenmähen, Führen von Listen usw. zu übernehmen. Eine ausführliche Übersicht der Elterndienste wird beim ersten Elternabend gemeinsam erstellt und eingeteilt.

 

Es werden Kinder ab drei Jahren aufgenommen bis zum Schulbeginn.

 

Der Kindergarten stellt maximal 19 Kindergartenplätze zur Verfügung.

 

 

 

 

25. Ort (vgl. Zeichnung)

 

Der Kindergartenplatz befindet sich in ca. 500m Laufweite von Blumenthal entfernt.

 

Dort befindet sich ein befestigter Platz der den Fugger´schen Stiftungen gehört mit einer großen Halle darauf.

Daneben stehen die zwei Jurten des Kindergartens mit je 7 m Durchmesser, die unmittelbar aneinander anschließen. Die vordere Jurte dient als Ankleideraum und Garderobe für die Kinder. Die hintere Jurte dient als Aufenthaltsraum bei kaltem und sehr nassem Wetter.

 

Bei Sturm und Gewitter steht als Ausweichraum der Gemeinschftsraum von Schloss Blumenthal zur Verfügung.

 

Unter folgendem Link, kann der genaue Standort des Waldkindergartens angeschaut werden:

 

https://www.google.de/maps/@48.4182598,11.1457914,667m/data=!3m1!1e3